Im Juli diesen Jahres bin ich das erste Mal alleine geflogen. Für manche überhaupt gar kein Problem – für mich allerdings die schlimmste Vorstellung überhaupt! Seit Jahren leide ich unter einer panischen Flugangst, welche es mir wirklich schwer macht für eine längere Zeit im Flugzeug zu sitzen. Schon allein der Gedanke daran, hat in mir so ein unglaublich ungutes Gefühl verbreitet, dass ich mir die schlimmsten Sachen ausmalte.

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Ein Mensch, der dieses Gefühl nicht kennt, kann sich leider auch nicht in diese Situation hereinversetzen und deshalb hörte ich meist nur „Das Flugzeug ist das sicherste Verkehrsmittel überhaupt“, „Ach, da passiert schon nichts, ich bin schon soooo oft geflogen!“ oder ganz schlimm „Nehm doch Tabletten“ – wenn alle Probleme so einfach mit einer Tablette vergehen würden, dann würde wohl jeder Mensch nur noch Tabletten zu sich nehmen, wir würden alle darauf hängen bleiben und uns nicht mehr unseren Ängsten und Problemen stellen. Das ist meiner Meinung nach aber nicht die Lösung, denn es ändert ja nichts an der Situation, dass es die Angst ja trotzdem noch gibt… und irgendwann wollte ich das Problem einfach anpacken.

Als mich Isi dann fragte, wann ich sie in Norwegen besuchen komme, empfande ich dies als den richtigen Zeitpunkt um mich meiner Angst zu stellen. Alleine fliegen hieß für mich nicht nur, dass ich endlich mal wieder meine allerliebste Lieblings-Isi sehe und mich meiner Angst stelle, sondern eben auch, dass ich viel unabhängiger werde und ich eventuell dieses „Problem“ aus dem Leben schaffen kann. Und wenn nicht jetzt, wann dann?!

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Dass ich aber gleich mit insgesamt vier Flügen konfrontiert werde, habe ich nicht gewusst. Erst dann, als ich mir die Flüge genauer angesehen habe und buchen wollte. Die meisten Flüge nach Trondheim in Norwegen sind mit einem Zwischenstopp verbunden. Die Direktflüge sind für mich leider unbezahlbar gewesen und deshalb musste ich die Reise mit einem Zwischenstopp in Copenhagen verbinden. „Oh Gott, oh Gott, das krieg ich nie auf die Reihe“ war so ziemlich der einzige Gedanken den ich einfach immer wieder hatte, als ich an die Reise dachte. Trotzdem habe ich mich riesig darauf gefreut, viel Zeit mit einer meiner besten Freundin zu verbingen, Norwegen etwas näher kennen zu lernen und einfach mal abzuschalten, denn auch das hatte ich bitter nötig!

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Beim Flug von Stuttgart nach Copenhagen saß ich in einer kleineren Maschine mit nur jeweils zwei Sitzen pro Reihe. Ich hatte den Gangsitz gewählt – logisch, denn so konnte ich – falls irgendwas passiert – schneller aus dem Flugzeug sein. Außerdem saß ich in der vorletzten Reihe – statistisch gesehen ist der hintere Bereich sicherer als der Vordere (Ja! Auch über sowas macht man sich Gedanken!). Der Flug war nicht ausgebucht, deshalb saß am Fenster neben mir – KEINER! Mein erster Gedanke war „Oh man ey…. jetzt hab ich einen noch besseren Blick nach draußen“ – und genau DAS wollte ich ja eigentlich auch vermeiden! Mit zitternden Händen hab ich mich so fest angeschnallt wie es ging und hörte Musik um mich abzulenken. Der Flieger fuhr langsam zur Startbahn und was mich in dem Augenblick geritten hat, kann ich mir bis heute immer noch nicht erklären. Ich wechselte hastig den Sitz und setzte mich ans Fenster. Ich schnallte mich erneut an und dann krallte ich meine Kamera und drückte auf Aufnahme. „We’re ready for take off“ hießt es bevor der Flieger beschleunigte und abhob.

Ich hab die komplette Zeit nicht einmal in die Kamera, geschweige denn aus dem Fenster geschaut. Bis zu dem Zeitpunkt, als wir uns durch die Wolken drängten und uns die aufgehende Sonne entgegengrinste. Dieser Moment war einfach – UNGLAUBLICH! Wie wunderschön konnte diese Welt eigentlich sein? Die Sonne ging gerade auf und ich durfte das mit der Kamera festhalten. Ich vergaß meine Flugangst. Sie war weg, von jetzt auf gleich.

Der Flug von Copenhagen nach Trondheim und die zwei Flüge nach Hause haben mich nochmal gestärkt und alles gefestigt, so blöd sich das anhört. Natürlich kommt ab und zu noch ein kleines mulmiges Gefühl, aber das ist dann schneller weg als man denkt.

Manchmal muss man sich halt eben der Angst stellen – und das alleine.

xoxo, L.

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