… frag nach Salz und Tequila. Oder für alle unter 18: mach Limonade draus!

Wenn man bedenkt, dass zu viele Menschen auf diesem Planeten ihre Wünsche und Träume für jemand anderen hintenan stellen, dann stellt sich doch die Frage „Warum tun wir das eigentlich?“. Wieso denkt man im ersten Augenblick nicht direkt an sich selber, sondern will erst jedem anderen alles recht machen? Wieso sagen wir „na klar“ obwohl wir doch eigentlich so gerne „nein“ sagen möchten?!

Ich gestehe euch heute hiermit: Ich bin/war genau diese Person. Ich habe bis vor kurzem so ziemlich alles hinten angestellt, nur damit ich meinen Freunden und vor Allem meiner Familie gerecht werde. Immer dieses „Aber wenn ich das und das mache, dann findet der/die das vielleicht gar nicht so gut. Nee ok ich lass es lieber“. Bitte?! Jetzt wo ich mir das so durchlese, schlage ich meine Hände über den Kopf zusammen und muss beschämter Weise mit dem Kopf schütteln. Viel zu oft, habe ich mir Sachen ausgeredet, die ich doch trotzdem gerne gemacht hätte. Viel zu oft, habe ich mich für Dinge entschuldigt, für die überhaupt gar keine Entschuldigung nötig war. Viel zu oft, bin ich Leuten hinter gerannt, die es nicht mal ansatzweise verdient hätten oder die mir nicht gezeigt haben, dass ich ihnen genauso wichtig bin, wie sie es für mich sind. Viele Menschen sagen, dass die Familie das Wichtigste ist. Ja richtig, habe ich auch gedacht – denke ich auch heute noch. Aber was, wenn man nicht mal richtig geschätzt wird? Was, wenn es Personen gibt, die gar nicht wissen – oder wissen wollen – wie wichtig derjenige für einen ist und man doch immer wieder abgestoßen wird. Wenn man zu spüren bekommt, dass man dem anderen gar nicht so viel Wert ist als man eigentlich immer dachte. Wie gerne man doch einfach nur ein gutes Verhältnis haben möchte – und das muss ja nicht mal perfekt sein, denn perfekt gibt es in keiner Art und Weise. Es sollte einfach mindestens ‘gut‘ sein. Einfach nur gut.

Wenn ich dann bereits schon als junger Teenager den einzelnen Personen alles recht machen wollte, ich dafür aber dann kein Stück Anerkennung oder überhaupt Aufmerksamkeit bekommen habe, dann hat mich das bis vor kurzem noch sehr getroffen. Immer dieses „Ich muss denen das unbedingt recht machen, sonst mögen sie mich nicht mehr“. SCHWACHSINN! Gar nix muss ich. Nichts! Und vor allem zu keiner Zeit!

4

Und wieso kommt mir das nun erst nach ca. 13 Jahren? Ja, gute Frage! Darüber hab ich mir natürlich auch Gedanken gemacht und als hätte ich es nicht schon überall sonst gelesen: Erst wenn man mit sich im Reinen ist, dann kann man abschließen und weiter gehen. Und das Beste daran ist: Ich bin mir im Reinen – noch nicht lange, aber ich bin es! Da bin ich mir ziemlich sicher. Natürlich gibt es auch mal Tage an denen ich lieber gar nicht aus dem Bett will, geschweige denn irgendwas unternehmen oder mit irgendwem reden möchte. Aber diese Tage überwiegen nicht mehr meine schönen Tage. Meine gut gelaunten Tage überragen einfach alle schlechten Gedanken und das ist auch gut so! Deshalb: Lasst euch nicht unterbringen! Ihr seid toll so wie ihr seid und nur weil es vielleicht gerade nicht so gut läuft, es kommt die Zeit, in der auch ihr euren Kopf schüttelt, grinst und euch denkt „Ich hab‘s geschafft! Ich bin glücklich.“

xoxo, L.

6 Comments on LIFE: Wenn das Leben dir eine Zitrone gibt, …

  1. Darf ich fragen, wie man merkt, dass man mit sich im Reinen ist? Das klingt so blöd. 🙁
    Aber ich finde mich in deinem Text so wieder und er berührt mich sehr.
    Ich habe eine lange und steinige Entwicklung hinter mir bzw. stecke noch drin, denn ich glaube, dass man nie „fertig“ ist. Und gerade was die Familie betrifft , ist Entwicklung oft mit Schmerz und Überwindung uralter Muster verbunden.
    Aber viel zu oft traue ich meiner Stärke nicht. Sie ist da, das spüre ich und das weiß ich, aber ich verlasse mich nicht auf sie und zweifle sie ständig an.
    Ich habe immer gedacht, dass irgendwann DER Klick-Moment kommt, mit dem auf einmal alles klar wird. Aber daran glaube ich nicht mehr. Darum die Frage: Woran merkst du das?

    • Es gibt keine blöde Fragen 🙂 jede Frage hat eine Antwort verdient!

      Bei mir hat es über 10 Jahre und viiiiiiiele Gespräche mit sehr tollen (richtigen) Freunden gedauert, bis ich endlich an dem Punkt war, bei dem ich mir denke „meine Wünsche / Träume / Taten sind mir wichtiger als die Meinungen anderer“. Ich habe es gemerkt, als ich einem Familienmitglied endlich meine Meinung offen sagen konnte. Als ich endlich den Mut hatte um zu sagen „Du tust mir nicht gut und DU hast mich immer und immer wieder eingeschränkt“. Ich habe es auch extrem gemerkt, als ich endlich das Gefühl bekam, dass ich alles machen kann was ICH will und nicht was andere von mir verlangten oder erwarteten. Ich will nicht nach jemandem leben, ich will mein eigenes Leben und mir nichts vorschreiben lassen 🙂 Je mehr du dir das bewusst machst, umso klarer wird es dir und dann kommt irgendwann wirklich dieser „Klick“-Moment, glaub mir… das kann wirklich eine Zeit lang dauern und wie gesagt, bei mir waren es über 10 Jahre bis ich ansatzweise dieses gute Gefühl bekam! Aber das kommt noch! Versprochen!

      • Ganz vielen lieben Dank für deine Antwort. Das Denken „ich bin wichtig“ ist ja da, aber an der Umsetzung hapert es bei mir noch. Aber du zeigst, dass sich das dranbleiben lohnt. Vielen Dank dafür und meinen Glückwunsch, dass du es geschafft hast. :*

  2. Berührender Text!!! Schön dass es dir gut geht. Behalte diese Einstellung bei. Schlechte Tage gibt es immer und bbei jedem…das ist völlig normal. Kuss

  3. Rebellion gegen Unzufriedenheit in Worten 😀
    Schön deine Geschichte und Entwicklung so nah mit erleben zu dürfen 🙂
    Kämpfst du aktuell noch mit der Einstellung unperfekt Glück zu sein / sich nach anderen zu richten, statt nach dir selbst?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.