Kategorie: life

´

LIFE: von Verzweiflung und Glück… [Teil 4]

Es vergingen wieder einige Tage und Wochen in denen ich einfach nur suchte. Ich suchte nach allen möglichen mir bekannten Namen und nach all den Daten die ich hatte. Ich wollte einfach nicht aufgeben. Nein, ich wollte einfach weiter suchen, egal wie lange ich dafür brauchte. Mich hatte der Ergeiz gepackt und so setzte ich die Suche erneut fort.

 Ich weiß nicht mehr wann genau es war, aber irgendwann hatte ich – mal wieder – nach Jemandem gesucht. Dieses Mal meine Tante B. Ich fand urplötzlich auf Anhieb passende Details – neue Details! Es gab Hinweise darauf, dass es meine Tante sein könnte. Laut Google war sie mit meiner Oma verwandt und das angegebene Geburtsdatum stimmte mit den Daten überein die ich von Tante B. hatte. Da aber weder eine e-Mail, noch eine Telefonnummer notiert war, googelte ich einfach weiter. Was kann ich schon verlieren? Jetzt suche ich schon gefühlte tausend Stunden, da kommt es auf eine weitere Stunde sicherlich nicht mehr an! Ich drückte einfach auf jede Internetseite, welche mir Google anzeigte und so stolperte ich auf eine Community auf der sogenannte „Quilter“ (deutsch: Stepper; to quilt: etwas steppen, z. B. eine Decke steppen) einen Account haben und ihre gesteppten Decken zeigen. Und ich sah ein Bild. Vermutlich von meiner Tante B.

. . ein Stückchen Erfolg . .

Mir sprangen ungefähr hunderte Fragen durch den Kopf a lá „Ist sie das?“ – „Könnte sie das sein?“ und dann gab ich wie ferngesteuert Tante B.’s Namen in Facebook ein – einfach nur mal um zu schauen, ob ich sie da eventuell auch finden könnte. Und tatsächlich: Sie war da! Das Bild – eins zu eins – genau das Gleiche! Der erste Gedanke der mir in den Sinn kam war „Ich muss ihr unbedingt schreiben. JETZT“. Und das tat ich natürlich. Also schrieb ich am 30.07.2015 folgendes:
„Hello B., my name is L. and i am 25 years old and from Germany.. i have a really important question to you. May you can help me? Thank you for answering…“
 Beim Absenden dieser Nachricht, war mir so schlecht wie noch nie. Ich hatte einfach so unglaubliche Angst wieder enttäuscht zu werden und gar keine Antwort zu bekommen. Da ich aber wusste, dass „fremde Leute“ auf Facebook keine Benachrichtigung bekommen, wenn man ihnen eine Mail schickt, bzw. die Nachricht im „Sonstigen“ Ordner landet, machte ich mir nicht allzu viele Hoffnungen. Was ich aber machte, war, ich schrieb jedem auf Tante B.’s Freundesliste, der den gleichen Nachnamen hatte wie sie und überprüfte täglich meine Mails bei Facebook. Aber es kam nie eine bei mir an…

Mittlerweile weiß ich, dass schöne Dinge immer dann geschehen, wenn man sie am wenigsten erwartet…


Es war Mittwoch der 02. September in diesem Jahr. Ich war gerade mit meiner besten Freundin in London und wir lagen in unseren Hotelbetten und schauten Fernseh. Ich bereitete gerade einen London-Blogpost für euch vor und surfte etwas auf Facebook rum, als ich eine Mail bekam: „Do we have the same grandparents?“ Mein Herz bebte, als ich sah, dass es Tante B.’s Sohn war der mir da schrieb. Ich erinnerte mich daran, dass ich ihm damals geschrieben hatte, dass ich nach meiner Oma und Verwandten suche und ich gesehen hatte, dass er Tante B. und Tante D. auf seiner Freundesliste hat. Ich schrieb sofort zurück „Maybe..“ Dann schrieb er „What is your grandmas name?“ Ich antwortete und meinem Gefühl und seiner Antworten zu folge, war er sehr erstaunt.Wir schrieben dann noch eine Weile und fanden raus, dass wir tatsächlich miteinander Verwandt sind.

Aber das Schönste dieser Geschichte geschah noch…

Teil 5 folgt…

Wenn ihr die ersten zwei Teile verpasst habt, klickt hier:

 Zum Teil 1 dieser Reihe geht es hier: LIFE: von Verzweiflung und Glück… [Teil 1]
Zum Teil 2 dieser Reihe geht es hier: LIFE: von Verzweiflung und Glück… [Teil 2]
Zum Teil 3 dieser Reihe geht es hier: LIFE: von Verzweiflung und Glück… [Teil 3] 

xoxo, L.

´

LIFE: von Verzweiflung und Glück… [Teil 3]

Hello meine Lieben.. und nun ist auch Teil 3 meiner „von Verzweiflung und Glück…“-Reihe online.


Nun hatte ich also am Freitag, den 28.11.2014 den Brief bei der Post eingeworfen und wartete auf eine Rückmeldung. Den Brief selbst habe ich in englischer Sprache geschrieben. Wer weiß, ob meine Oma überhaupt noch deutsch sprechen kann. Vermutlich schon, aber dann doch nicht mehr so gut, da sie ja schon mehrere Jahrzehnte in Amerika wohnt. Deshalb war es mir wichtig, dass sie mich überhaupt versteht und somit schrieb ich alles in englisch. Ich schrieb, dass sie bitte nicht verwundert sein soll, dass sie einen Brief von einer „fremden Person“ bekommt, dass ich auf der Suche nach meiner Oma bin und ich denke, dass ich die richtige Adresse habe und sehr aufgeregt bin. Ich schrieb ihr, welche Informationen ich über sie habe und wie ich sie gefunden habe, wie es unserer Familie geht und was wir alle so machen, wie oft ich an sie denke und wie froh ich wäre, wenn sie sich zurück meldet. Doch leider meldete sich keiner. Kein Anruf, keine e-Mail, kein Brief.

. . neue Hoffnung schöpfen . .

Genau 20 Tage später – am 18.12.2014 kam ich nach einem echt doofen Arbeitstag nach Hause und öffnete ohne Erwartung den Briefkasten. Und da war tatsächlich etwas drin. Klein und rosa: der Rückschein meines Einschreibens des Briefes, welchen ich an meine Oma nach Amerika geschickt hatte. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie unglaublich aufgeregt ich war! Ich bin in die Wohnung gerannt und hab mir dieses kleine Ding noch näher angeschaut, ich inspezierte jedes einzelne Wort und jeden einzelnen Buchstaben und dann sah ich sie: ihre (!!!!!) Unterschrift. Ja, es war ihre. Nur ihre und keine andere sonst. Wieso ich mir so sicher bin? Weil es ihr voller Name war und wenn man genau hinsah, konnte man leichte Wellen in den Buchstaben sehen – so wie wenn man beim Schreiben zittert. Und das war für mich ein Indiz dafür, dass es eine ältere Damen geschrieben haben musste. Ich spürte es einfach. Es ist ihre Unterschrift.

So kam also lt. Rückschein bei ihr der Brief am 09.12.2014 an – ca. 10 Tage nachdem ich ihn los schickte. Dann nochmal 10 Tage später kam der Rückschein des Briefes wieder zurück zu mir. Eine ganz schön lange Zeit. Aber ich hatte ja schon lange genug Geduld bewiesen und somit, hat mich das nicht so sehr gestört. Was mich aber wirklich sehr störte, ist, dass ich immer noch bis heute warte. Kein Anruf, keine e-Mail und kein Brief.. denn weder ein paar Tage später, noch ein paar Wochen oder Monate später kam irgendetwas. Kein Lebenszeichen. Nichts! Gar nichts! Null! Nada!

. . andere Wege gehen . .

Es kann jeden erdenklichen Grund haben, warum sie mir nie geschrieben hat. Ich weiß ihn nicht. Ich kann ihn mir nur denken. Ich weiß nicht warum, aber ich habe trotzdem noch weiter gesucht. Vielleicht finde ich ja doch irgendwo eine Telefonnummer oder so. Natürlich fand ich nichts. Nun fing ich langsam an, auf anderen Wegen weiter zu suchen. Ich suchte nun nicht mehr nach meiner Oma, sondern nach deren Kindern – somit die Halbgeschwister meines Vaters – somit meine Tanten und Onkels. Es gibt vier. Zwei Männer und zwei Frauen. Ich fing mit der Suche nach meinen Onkels an. Hier war die Wahrscheinlichkeit höher, dass ich sie schneller finden würde, als bei meinen Tanten – diese haben eventuell einen anderen Nachnamen, da sie eventuell geheiratet haben. Das könnte auch bei meinen Onkels so sein, aber das empfande ich eher als unwahrscheinlich.
Google war mein bester Freund zu der Zeit. Das ist er zwar immer noch, dennoch war unsere Beziehung damals einfach viel intensiver. Ich googelte die Namen meiner Onkels und fand einige mit dem gleichen Namen. Welcher sollte es denn sein? Ich weiß doch nicht einmal wo die jetzt wohnen, immerhin hatte ich ja nur die Adresse von meiner Oma. Dann bin ich wieder auf Whitepages.com gestoßen und fand einen interessanten Eintrag, in dem der Name meines Onkels und bei „Relatives“ (dt. Verwandte) der Name meiner Oma stand. Das war er! Von Glück überhäuft suchte ich weiter. Weitere Angaben? Fehlanzeige. Tatsächlich nur der Name und die Adresse, bei der er noch wohnen könnte. Noch einen Brief schreiben? Das würde mir zu lange dauern, deshalb suchte ich einfach weiter. Immer weiter und weiter und weiter..

Teil 4 folgt…

Wenn ihr die ersten zwei Teile verpasst habt, klickt hier:
LIFE: von Verzweiflung und Glück… [Teil 1]
LIFE: von Verzweiflung und Glück… [Teil 2]

xoxo, L.

´

LIFE: von Verzweiflung und Glück… [Teil 2]

Hello ihr Lieben.. weiter geht es mit Teil 2 meiner „von Verzweiflung und Glück…“-Reihe.
Wenn ihr den ersten Teil verpasst habt und ihn gerne lesen möchtet, klickt hier: LIFE: von Verzweiflung und Glück… [Teil 1]
Nun hat also hat die Redaktion von „Nur die Liebe zählt“ angerufen und hat mir echt viiiiele Fragen über meine Familie und meine Oma in der USA gestellt. So weit ich konnte, habe ich alle Fragen beantwortet und gemeint, dass ich ihr den Rest noch gerne per e-Mail schicken möchte. Die Dame am Telefon fragte mich dann „Soll es denn eine Überraschung für deinen Vater sein, oder sollen wir ihn vorher informieren?“ Ich sagte, dass ich ihn gerne überraschen möchte. Es vergingen zwei Wochen, drei Wochen, vier Wochen ohne eine Rückmeldung der Redaktion. Irgendwann klingelte dann doch mein Handy und die nette Dame war wieder dran „Hallo, wir haben jetzt echt lange gesucht, aber leider können wir dir da nicht weiterhelfen. Es gibt zu wenige Informationen!“ Meine Verzweiflung und Enttäuschung war mir ins Gesicht geschrieben – das konnte sie natürlich nicht sehen, aber vielleicht hat sie es mir angehört „Ok.. schade.. danke trotzdem!“.

. . der zweite Anlauf . .

Es vergingen wieder Wochen, Monate und Jahre, die ich mit Suchen und „Detektiv-Spielen“ verbracht habe. Dann irgendwann sah ich die Sendung „Vermisst“ auf RTL und habe neue Hoffnung geschöpft. Ich habe wieder eine Bewerbung geschrieben, Bilder, Adressen, Namen – alles habe ich mit reingetippt. Sogar Geburtsurkunden und und und. Zwei Tage später klingelte mein Handy „Hallo! Hier ist die Redaktion von „Vermisst“. Du suchst deine Oma? Wir helfen dir!“ – ehrlich jetzt?? Man ich muss echt Glück haben, oder einfach nur eine interessante Story, welche das Fernsehen unbedingt senden möchte! Warum sonst sollte mich nun schon die zweite Serie kontaktieren? Einfach nur toll. Ich habe mich sehr gefreut und meinen Vater eingeweiht, immerhin dachte ich mir dieses Mal, dass er die besten und meisten Informationen über seine Mutter hatte und wir dann vielleicht schneller jemanden finden könnten. Er willigte ein und telefonierte mit der Redaktion. Es wurde recherchiert und gesucht und recherchiert und gesucht…
 
Dann kam eine e-Mail: „Hallo, wir haben herausgefunden, dass die Adresse, welche ihr uns zugeschickt habt, womöglich auch die richtige Adresse ist. Für einen Beitrag in unserer Sendung reicht es nicht. Das ist uns zu einfach. Bitte kontaktiert die Adresse die ihr habt.“ – Ehhhhh was ist los?! Ich war fassungslos! Natürlich freut es mich, dass es die richtige Adresse gibt, aber wäre es so einfach, dann würde ich sofort rüberfliegen und hätte euch nie nach Hilfe gebeten! Aber so einfach ist es halt nicht! Und dann rufen die noch nicht mal an, sondern schicken eine einfache e-Mail? Ich war wieder enttäuscht worden und hatte dann erst einmal die Schnauze voll.

. . Gute Reise! . .

Ich war immer noch echt enttäuscht und teilweise einfach nur sauer und wütend. Aber davon wollte ich mir die Laune und schon gar nicht meine Suche nach meiner Familie vermiesen lassen. Ich will weiter suchen und nicht aufgeben, nur weil etwas nicht geklappt hat. So eine bin ich nämlich nicht. Wenn man etwas möchte, dann kämpft man dafür. Und ich kämpfe in erster Linie für meinen Vater – und in zweiter Linie natürlich für den Rest unserer Familie (mich inbegriffen).

Ich suchte Telefonnummern, e-Mail Adressen und andere Kontaktmöglichkeiten. Ich fand aber nichts. Null, GAR NICHTS. Es gab nur diese Adresse von meiner Oma. Die Adresse, bei der die Redaktion von „Vermisst“ zu mir meinte, dass es „womöglich“ die Richtige sei. Ok, wenn es halt nicht einfach geht, dann muss es ja aber schwierig gehen, also schrieb ich einen Brief. Total spontan. Dafür brauchte ich aber ungefähr 8 Stunden. Ich schrieb etwas, dann streichte ich es durch, dann schrieb ich einen neuen Satz, den streichte ich dann auch durch und immer so weiter. Bis ich das „Schlachtfeld“ von durchgestrichenen Sätzen nicht mehr sehen konnte und es in den nächstgelegenen Papierkorb warf. Es ist komisch jemanden einen Brief zu schreiben, wenn man den jenigen gar nicht kennt.. Auch wenn es die eigene Oma ist. Ich fing also erneut einen Brief an und setzte ein Wort nach dem Anderen. Nach einigen vielen Stunden war ich fertig. Ich legte noch ein Bild von meinem Vater, meinen Geschwistern und mir mit bei. Ich machte den Brief zu und schrieb die Adresse drauf. Am nächsten Tag brachte ich den Brief zur Post und schickte ihn mit einem „Einschreiben Rückschein“ weg. Immerhin wollte ich wissen, ob jemand den Brief überhaupt entgegen nimmt und bei einem „Einschreiben Rückschein“ muss der Empfänger den Empfang des Briefes unterschreiben.

 Ich wünschte dem Brief eine gute Reise und warf ihn ein.

Teil 3 folgt…

xoxo, L.